Polarzeit: Eiskalt vereint

14. November 2019, 19:30 Uhr
Dresden, Veranstaltungssaal der Zentralbibliothek im Kulturpalast, Eingang Wilsdruffer Straße

Im Oktober 1989 begeben sich Forscher aus der DDR auf den Weg in die Antarktis. Ziel ist die Georg-Forster-Station in der Schirmacheroase, wo sie während der 3. Antarktisexpedition der DDR überwintern werden. Die Nachricht vom Mauerfall erreicht die Forscher per Funk am 10. November 1989. Den politischen Prozess des endgültigen Zerfalls der DDR und der nachfolgenden Transformationen, der schließlich in der Wiedervereinigung mündet, können die Überwinterer nur aus der Ferne verfolgen. Neue Horizonte eröffnen sich durch den Kontakt zur Gruppe der Forscherinnen aus der BRD, die zeitgleich an der ca. 800 km entfernten Georg-von-Neumayer-Station überwintert.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Polarzeit“ zeigen wir den Dokumentarfilm „Eiskalt vereint – Die Geschichte der letzten DDR-Antarktis-Expedition“ (Schmidt-Film, 2010).

Die anschließende Gesprächsrunde widmet sich weiteren Aspekten, z. B. wie die beiden Gruppen, die während der Überwinterung nur per Funk Kontakt halten konnten, die damalige Zeit erlebt und die Auseinandersetzung mit den sich ergebenden Konfliktlinien geführt haben.

Wir freuen uns, dazu begrüßen zu können:

  • Gerhard Schlosser (Schwerin, Geodät, Leiter der 3. Antarktisexpedition der DDR zur Überwinterung an der Georg-Forster-Station 1989 – 1991),
  • Estella Weigelt (Bremerhaven, Geophysikerin, Teilnehmerin an der Überwinterung an der Georg-von-Neumayer-Station, 1990 – 1991)
  • Anna Neuhaus (Regisseurin und Produzentin, Schmidt-Film, Leipzig).

„Polarzeit“ ist eine Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung e.V. (DGP) in Zusammenarbeit mit der Zentralbibliothek der Städtischen Bibliotheken Dresden.

Barbara Schennerlein und Mirko Scheinert

Georg-Forster-Station (Schirmacheroase, 1976-1996)
Foto (c) Wilfried Korth
Überwintererungsteam an der Schelfeiskante in der Nähe der Neumayer-Station, 1990
Foto (c) Estella Weigelt