Verschwindet das Eis in der Antarktis?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns anschauen, wieviel Niederschlag dazukommt und wieviel Eis z.B. durch Kalben verloren geht. Man denke nur an die riesigen Eisberge...

...hier weiterlesen!

Wie viele Tierarten gibt es in den Polarmeeren?

Dabei geht es nicht unbedingt nur um Tiere, die jeder kennt, wie z.B. Pinguine. Wir müssen da schon genauer hinschauen...

...hier weiterlesen!

Gibt es Gebirge in der Antarktis?

Das ist eine gute Frage, befindet sich doch ein Großteil der Felstopographie unter dem Eispanzer, der über vier Kilometer mächtig ist. Also schauen wir uns die Bereiche an, die nicht vom Eis bedeckt sind - oder wir "durchleuchten" das Eis mit Hilfe geeigneter Messverfahren...

...hier weiterlesen!

Kann man in der Antarktis wohnen?

Im Prinzip ja - allerdings muss man sich an extreme Bedingungen anpassen...

...hier weiterlesen!

Willkommen bei der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung e.V.!

Die DGP - das sind wir, Wissenschaftler und interessierte Laien, denen die Polarforschung am Herzen liegt.

Wir unterstützen nicht nur Wissenschaft und Forschung - besonders möchten wir der Öffentlichkeit die Faszination und Einzigartigkeit der Polargebiete nahe bringen.

Wir möchten Ihnen zeigen, welchen besonderen Platz die Polargebiete und weiteren vergletscherten Regionen im System Erde einnehmen.

Wollen Sie mehr über die Deutsche Gesellschaft für Polarforschung e.V. erfahren? Dann klicken Sie hier.

Haben Sie Fragen zum Leben, Arbeiten und Forschen in der Kälte? Dann kontaktieren Sie uns.

Verschwindet das Eis in der Antarktis?

Das versuchen Wissenschaftler vor allem mit Hilfe von Satellitenmessungen herauszufinden. Mit Hilfe der Satellitenaltimetrie (Höhenmessung) wird wiederholt die Höhe der Eisoberfläche bestimmt, woraus Eishöhenänderungen und nachfolgend Massenänderungen abgeleitet werden. Die Satellitengravimetrie (Schweremessung) bestimmt die Gravitationswirkung von Eismassen, die verschwinden, dazukommen (z.B. durch Niederschlag) oder einfach nur umverteilt werden (z.B. durch Wind). Die Zusammenschau aller Daten zeigt, dass der Antarktische Eisschild derzeit ca. 100 Gt pro Jahr an Masse verliert. Diese Eismassen werden vor allem am Rand des Eisschilds ausgestoßen: Das vom Kontinentinneren ins Meer fließende Eis schwimmt auf in Form riesiger Schelfeise und Eisberge entstehen durch Kalbung. Der Verlust der Eismassen in der Antarktis trägt zum globalen Meeresspiegelanstieg bei (mit einem mittleren Betrag von 0,4 mm/Jahr). Würde man diese jährlich verschwindende Eismasse von 100 Gt als Schicht flüssigen Wassers über die Fläche von Deutschland legen, ergäbe diese eine Dicke von 3o cm. Allerdings würde es - vorausgesetzt, diese Änderungsrate von 100 Gt/Jahr bliebe konstant - ca. 2300 Jahre dauern, bis gerade mal 1% des gesamten Eises in der Antarktis verschwunden wäre. Derart mächtig ist der Antarktische Eisschild!

Weitere Informationen finden Sie z.B. hier.
Oder informieren Sie sich über den Arbeitskreis Polargeodäsie und Glaziologie.

(c) doi.org/10.1594/PANGAEA.818515

Wie viele Tierarten leben in den Polarmeeren?

Sicher haben Sie auch schon mal den Begriff 'Biodiversität' gehört - es geht dabei um die Vielfalt der Lebewesen. Klassisch betrachten wir dabei die Anzahl der Arten in einem bestimmten Lebensraum, also z.B.: Wie viele Tierarten gibt es am Meeresboden der Antarktis? Die früher verbreitete Meinung, dass die Polarmeere aufgrund der extremen Bedingungen weniger artenreich sind als andere Meere, können wir mit aktuellen Forschungen zunehmend widerlegen. So wissen wir, dass mit über 8000 bekannten Arten im Südlichen Ozean eine ähnliche Biodiversität zu finden ist wie in anderen Meeresgebieten. Und da sind Bakterien und sogenannte kryptische Arten - welche wir nur mit Hilfe der Molekularbiologie finden - noch kaum eingerechnet!

Biodiversität kann aber auch die Vielfalt der Lebensräume beschreiben, denn je nach Beschaffenheit finden wir natürlich ganz andere Zusammensetzungen von Lebensgemeinschaften. Stellen Sie sich einfach mal vor, dass im und direkt unter dem Meereis mit seinen vielen Kanälen (worin Salzwasser konzentriert ist) natürlich eher kleine Algen und Krebse leben, während wir am Boden der Hudson Bucht in der Arktis oder auf dem Schelf der Antarktis riesige Wälder aus Schwämmen finden.

Wird die Artenvielfalt eher zu- oder eher abnehmen? Kann sie die Veränderungen im nicht-lebenden System beeinflussen? Um diese Fragen zu beantworten, müssen wir uns damit beschäftigen, wie die Veränderungen in den Polarregionen und seine natürlichen Bewohner miteinander verbunden sind.

Antworten finden Sie z.B. beim Arbeitskreis Biologische und Ökologische Prozesse.

Gibt es Gebirge in der Antarktis?

Klar, wir finden dort sogar riesige Gebirgszüge. Allerdings wird ein Großteil der Felstopographie von einem dicken Eispanzer bedeckt. Aufgrund dieser nahezu durchgehenden Eisbedeckung wirkt die Oberfläche in der Antarktis zunächst recht homogen. Weniger als 2% des Kontinents ragen, entweder als langgestreckte Plateaus oder isolierte Bergspitzen (Nunataks) aus dem teilweise über vier Kilometer mächtigen Eisschild. Unter dem Eis sind jedoch komplexe Landschaften begraben, die aus Gesteinen sehr unterschiedlicher Alter und Zusammensetzung bestehen. Diese subglazialen Landformen sind sehr verschiedenartig. Ein großer Teil des Kontinents besteht aus weiten Tiefebenen und Becken, die durch die Eisauflast unter den Meeresspiegel gedrückt werden. Die auffälligste sichtbare Struktur ist jedoch das Transantarktische Gebirge, eines der größten Gebirge der Welt. Auf einer Länge von ca. 3500 km und mit Höhen bis ca. 5000 m gliedert es den Kontinent zwischen Ross-Meer und Weddell-Meer in zwei Teile: die geologisch "alte" Ostantarktis und die jüngere Westantarktis. Im Gegensatz zu den bekanntesten Hochgebirgen mittlerer und niedriger Breiten (Alpen, Anden, Himalaja) ist die Heraushebung des Transantarktischen Gebirges nicht auf die Kompression kontinentaler Platten zurückzuführen, sondern das Ergebnis ausgeprägter Krustendehnung. Ein weiteres großes antarktisches Gebirge bildet die Antarktische Halbinsel als Fortsetzung der südamerikanischen Anden.

Weitere Informationen erhalten Sie z.B. über den Arbeitskreis Geologie und Geophysik der Polargebiete.

Alfred-Wegener-Institut/T. Steuer (CC-BY 4.0)

Kann man in der Antarktis wohnen?

Die Antarktis ist eine Region der Extreme. Hier finden wir den mächtigsten Eispanzer, und hier wurden die bisher tiefsten Temperaturen auf unserer Erde gemessen. Trotzdem ist Antarktika der trockenste Kontinent. Durch diese widrigen Bedingungen ist es für Menschen schwierig, in der Antarktis zu überleben. Es gibt keine menschlichen Ureinwohner oder permanente Siedlungen. Jedoch leben und arbeiten das ganze Jahr über mehrere Hundert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie weiteres Stationspersonal auf Forschungsstationen unterschiedlicher Nationen. Es gibt Stationen die ganzjährig besetzt sind, und welche, die nur in den Sommermonaten (das sind auf der Südhalbkugel etwa die Monate November bis Februar) genutzt werden. Auch Deutschland betreibt mehrere Forschungsstationen in der Antarktis. Zwei dieser Stationen sind ganzjährig besetzt (Neumayer-Station III und GARS-O‘Higgins), wobei das Personal von Jahr zu Jahr wechselt. Auf der Neumayer-Station überwintern jedes Jahr neun Personen, die ca. neun Monate keinen Kontakt zur Außenwelt haben – außer über E-Mail und Telefon. Die Station wird vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) betrieben. Die Forschungsschwerpunkte sind Geophysik, Meteorologie und Luftchemie. In enger Kooperation mit Chile wird die GARS-O‘Higgins-Station vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) betrieben. Hier liegt der wissenschaftliche Schwerpunkt bei Fernerkundung durch Satelliten und Geodäsie. Neben den beiden ganzjährig besetzten Forschungsstationen gibt es noch weitere Sommerstationen (Dallmann-Labor und Kohnen-Station (AWI), Gondwana-Station (BGR)), die für wissenschaftliche Expeditionen genutzt werden.

Hier können Sie sich weiter informieren:
Stationen des Alfred-Wegener-Instituts
GARS-O'Higgins-Station